Pollenflug auf einen Blick
Neue Pollenflugzentrale in Freiburg
Pollenallergien werden für viele Menschen zu einem immer ernsteren Gesundheitsproblem. Rund 15 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Daher sind Informationen über jahreszeitlich aktuelle und regionale Pollenbelastungen wertvoll. Sie können dabei helfen, diese dadurch zu minimieren, dass etwa die tägliche Medikamentendosis der Pollensituation entsprechend angepasst werden kann. Am 27. April 2009 eröffnete Bundesforschungsministerin Annette Schavan die neue Pollenflugzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg. Wie aus dem Bundesforschungsministerium verlautet, soll in Deutschland bis Ende 2001 ein Messnetz von fünfzehn automatischen Pollenmonitoren aufgebaut worden sein.
Die Geräte wurden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) in Sankt Augustin bei Bonn und dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover entwickelt. Sie melden die aktuellen Daten an die Pollenflugzentrale in Freiburg. Aus diesen soll das Bild über die aktuelle Pollenbelastung in Deutschland in einer noch nie dagewesenen Vollständigkeit abgeleitet werden können. Die gewonnenen Daten sollen mit den Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes abgeglichen werden und in die Pollenflugvorhersage münden.
Schnell und umfassend informiert
Annette Schavan erklärte, auf dieser Grundlage könne die Lebensqualität von zwölf Millionen Pollenallergikern in Deutschland entscheidend verbessert werden. „So schnell und so umfassend kann weltweit nirgends sonst über das jeweilige Pollenaufkommen informiert werden. Allergiker können auf Basis dieser Information umgehend gezielte Maßnahmen gegen ihre allergischen Reaktionen ergreifen. Das lindert die teilweise sehr starken Beeinträchtigungen, unter denen Pollenallergiker leiden.” Die Ministerin wies darauf hin, dass die Pollenflugzentrale ein hervorragendes Beispiel dafür sei, wie Forschung ganz konkret für die Steigerung der Lebensqualität eingesetzt werden könne.
In einem vier Jahre dauernden Forschungsprojekt, vom BMFT unterstützt, musste die vollautomatische Pollenanalyse ihre Funktion unter Beweis stellen. Ein mittelständisches Unternehmen aus Wetzlar entwickelte anschließend den weltweit ersten vollautomatischen Pollenmonitor BAA (Bio-Aerosol-Analysator) und brachte ihn zur Serienreife.
Rechtzeitige und gezielte Reaktion
Die betroffenen Menschen reagieren unterschiedlich auf verschiedene Pollen, viele werden Opfer von sogenannten Kreuzallergien. Daher ist für Pollenallergiker die aktuelle, regional spezifizierte Information über den Flug der entsprechenden Pollen wichtig. So können die Allergiker ihre Gegenmaßnahmen gezielt und rechtzeitig einleiten.
Der Deutsche Wetterdienst informiert seit nahezu dreißig Jahren über den Pollenflug in unterschiedlichen Medien. Genauso lange werden hierfür die sogenannten Burkhard-Fallen eingesetzt. Im Vergleich zu den neuen Pollenmonitoren jedoch sind sie zu langsam, zu aufwändig und zu umständlich. Die neuen Geräte arbeiten mit einer Kombination aus einem speziellen Fluoreszenzmikroskop und modernster Informationstechnologie. Die Meteorologen erhalten die Auswertungen stündlich als Matrix, welche zudem die relevanten Umweltdaten wie Luftdruck, Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit enthält. Damit soll „jederzeit ein detailliertes Bild der aktuellen lokalen Pollenbelastung in Deutschland” erstellt werden können. (kws)
