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Aufgeblasene Muskeln

Missbrauch von Medikamenten im Breitensport

Muskeln aufbauen, den Körper attraktiver machen und die Leistungsfähigkeit steigern ist nicht nur anstrengend, sondern auch zeitaufwendig. Um diesen Prozess zu beschleunigen oder gar über die eigenen, naturgegebenen Möglichkeiten hinaus zu steigern, greifen Leistungssportler wie auch Freizeit-Athleten immer wieder zu medizinisch bedenklichen und – vor allem auf den Leistungssport bezogen – verbotenen Substanzen.

Bei Anabolika handelt es sich um künstlich hergestellte Hormone, die den Aufbau von Muskulatur in der Regel durch eine verstärkte Proteinsynthese vorantreiben. Allen Anabolika ist gemeinsam, dass sie eine positive Stickstoffbilanz herstellen und so eine für den Muskelaufbau förderliche Ausgangsbasis des Stoffwechsels schaffen. Substanzen mit anaboler Wirkung sind insbesondere Wachstumshormone, anabole Steroide und Beta2-Sympathomimetika. Deren Einnahme führt allerdings nur in Verbindung mit hartem körperlichem Training zu den gewünschten Wirkungen. Diejenigen Anabolika, die im Leistungssport verwendet werden, sind auf Testosteron zurückzuführen. Da sie nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach der Einnahme nachweisbar sind, finden sie heute noch oft im Leistungssport als unerlaubte Substanzen Anwendung, wenn der zeitliche Vorlauf vor Wettbewerben lange genug ist. Nach Schätzungen der Bundeszentrale gesundheitliche Aufklärung allerdings benutzen derzeit auch außerhalb des Leistungssportes zwischen drei und fünf Prozent der Jugendlichen Anabolika mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit. Dazu gehören nachgewiesenermaßen Kreislaufbeschwerden, Gleichgewichtsprobleme, Bluthochdruck, Erektionsprobleme, Unfruchtbarkeit, Schlaganfälle, Herzvergrößerungen, Herzinfarkte, Gefäß-Verkalkungen, Nieren- und Leberversagen. Diese Probleme müssen nicht von heute auf morgen auftreten. Es können sogar Jahre zwischen Missbrauch und Schadensfall liegen. Zudem sind die Schäden fatalerweise irreparabel.

Schönheitsideal rechtfertigt keine Selbstzerstörung

Die Bundesregierung hat die Probleme erkannt und am 25. November 2008 Experten zu einer Diskussionsveranstaltung über Medikamentenmissbrauch Jugendlicher im Freizeit- und Breitensport eingeladen. Damit sollte die öffentliche Debatte zu diesem Thema angestoßen werden. Ziel der Veranstaltung mit dem bezeichnenden Namen ‚Muskeln auf Pump – Medikamentenmissbrauch im Freizeit- und Breitensport‘ war es, über Gründe, Ausmaß und Folgen aufzuklären und besonders Kinder und Jugendliche beim gesundheitsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper zu stärken. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte: „Sport soll gut tun. Er soll uns dabei helfen, gesund zu bleiben. Außerdem kann Sport Grundwerte wie Toleranz, Fairness und Chancengleichheit vermitteln. Durch die Einnahme leistungsfördernder Substanzen wird das Gegenteil erreicht. Besonders gefährlich wird es dann, wenn bereits Jugendliche diese Substanzen konsumieren. Wir können das nicht hinnehmen. Kein Schönheitsideal, kein äußerliches Image rechtfertigt die Selbstzerstörung von Jugendlichen.”

Die Veranstaltung gliedert sich thematisch in die vom Ministerium bereits Mai 2005 initiierte Kampagne ‚Bewegung und Gesundheit‘ ein, die Menschen jeden Alters für das Thema der gesundheitlichen Prävention durch mehr Bewegung im Alltag interessieren sollte. Damit eng verbunden ist die Initiative ‚Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen Schlankheitswahn‘, die das Thema Essstörungen aufgreift. Mit beidem will die Ministerin die steigende Bedeutung der Prävention unterstreichen. Im Mittelpunkt stehe die gesellschaftliche Aufgabe, dass Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen und lernen, selbstverantwortlich mit den Gefahren der heutigen Zivilisation umzugehen. (kws)




26. November 2008 | Kategorie: Prävention

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