Ehe ist gesund, Scheidung ist ungesund
Geschiedene sterben früher
Schon oft hat die Wissenschaft sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, ob eine Partnerschaft beziehungsweise Ehe zu einem besseren Gesundheitszustand führt. Einhellige Meinung ist, dass die Aussage, die Ehe sei gesundheitsförderlich, so nicht stimmt. Richtig ist jedoch, dass die gegenseitige Vorbildfunktion häufig zu einem gesünderen Lebenswandel führt.
Ob einer der Partner aufhört zu rauchen, weniger Alkohol trinkt oder beginnt Sport zu treiben, häufig zieht nach einer Hochzeit der Partner mit. Das bezieht sich auch auf andere gemeinsame Tätigkeiten, wodurch die beiderseitige Zufriedenheit der Partner in erheblichem Maße gesteigert wird. Auch wenn der Ehe grundsätzlich keine gesundheitsfördernden Eigenschaften nachgewiesen werden konnten, so gibt es doch einige Untersuchungen, die indirekt darauf hinweisen.
Männer haben mehr von der Ehe
Besonders interessant ist, was die beiden Wissenschaftlerinnen Linda Waite und Mary Elizabeth Hughes herausgefunden haben: Ehefrauen üben offenbar auf ihre Männer eine stärkere Wirkung aus, als umgekehrt. Verheiratete Männer führen demnach ein insgesamt gesünderes Leben, weil Ehefrauen die Tendenz haben, sich um die Gesundheit ihrer Männer zu kümmern. Sie sind es auch, die der weit verbreiteten Gewohnheit von Ehemännern, Vorsorgeuntersuchungsangebote vorsichtshalber nicht wahrzunehmen, weitgehend entgegenwirken. Insgesamt betrachtet kümmern sich Ehepartner gegenseitig um die Sorgen und Nöte des anderen.
Waite und Hughes haben im Rahmen ihrer Untersuchung die Heiratsbiographie und Gesundheitsindikatoren von 8650 Personen im mittleren Alter analysiert und die Ergebnisse im „Journal of Health and Social Behavior” veröffentlicht. Demnach konnten im allgemeinen Gesundheitsstatus ganz eindeutige Unterschiede ausgemacht werden zwischen Geschiedenen und Verwitweten auf der einen Seite und solchen, die in einer guten Ehe leben. So sollen Geschiedene und Verwitwete um ein Fünftel häufiger unter chronischen Krankheiten, wie Krebs, Diabetes oder Herzkrankheiten leiden, als verheiratete. Andere Forschungen haben ergeben, dass die Trennung vom Ehepartner bei mindestens einem zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führt. So sei der Verlust des Ehepartners nicht nur ein bitteres psychologisches Problem, sondern richtig ungesund im Sinne von lebensverkürzend. Eine Scheidung wirke sich sowohl auf die psychische wie auch auf die physische Gesundheit aus. (kws)

Eine Scheidung hat mit Sicherheit schlechte psychologische Auswirkungen auf die geschiedenen Partner. Doch wenn das Ehe-Aus bevorsteht, ist dies in den meisten Fällen nicht mehr zu verhindern. Dedrjenige Partner, der den psychischen Druck nicht übersteht, sollte in jedem Fall einen Therapeuten aufsuchen.