Schweinegrippe-Impfung zu teuer
Steuerzahler greifen Krankenkassen unter die Arme
Nachdem sich das Bundesgesundheitsministerium mit den Krankenkassen dahingehend geeignet hat, die Kosten für denjenigen Teil der Impfungen zu übernehmen, die jenseits des Anteils von 50 Prozent der Bevölkerung liegen, drängt sich eine Frage auf: Was wollen die Kassen wirklich?
Im aktuellen Fall der sogenannten Schweinegrippe wollten die Kassen unter Androhung von Beitragserhöhungen ursprünglich erreichen, dass der Bund die gesamten Impfkosten übernimmt. Die Kassenvertreter sind über den ausgehandelten Kompromiss nur bedingt erfreut.
Eine Impfung gegen eine Krankheit soll das Eintreten dieser Krankheit verhindern. Bislang haben sich die Kassen immer darum bemüht, möglichst umfassend impfen zu lassen, damit sie nicht auf den viel höheren Therapiekosten sitzenbleiben.
Kann es sein, dass die Kassen selbst das gesundheitliche Gefährdungspotenzial der sogenannten Schweinegrippe sehr viel niedriger einschätzen, als es der breiten Öffentlichkeit suggeriert wird. Das könnte eine mögliche wirtschaftliche Berechnung erklären, aus der sich ergibt, dass die Impfungen tatsächlich teurer würden, als die gegebenenfalls anfallenden Therapiekosten insgesamt.
Andernfalls mag die hypothetische Frage erlaubt sein, welche Auswirkungen es auf die Krankenkassen hätte, ließe sich niemand gegen die sogenannte Schweinegrippe impfen. Die Antwort ist klar: Die Kassen müssten die viel höheren Therapiekosten für viele Menschen bezahlen und umgehend die Beitragssätze erhöhen – oder mit der Bundesregierung darüber verhandeln, welcher Anteil der entstandenen Therapie-Kosten vom Steuerzahler zu leisten ist. Die Beitragszahler sind zum großen Teil auch Steuerzahler. Wie wäre es mit einem Solidaritätszuschlag für Krankenkassen? (kws)
