Länger Leben mit Sport
Auch im Alter gilt: Es ist selten zu spät
Wer seinen Körper sportlich fordert, lebt länger. Es ist selten zu spät, mit sportlichen Aktivitäten zu beginnen. Alle beiden Aussagen sind jetzt wissenschaftlich untermauert. Liisa Byberg und ihre Kollegen vom Department for Public Health and Caring Sciences in Uppsala, Schweden, wollten genau wissen, ob Veränderungen der körperlichen Aktivität im Alter Einfluss auf den Zeitpunkt des Ablebens haben.
Zu diesem Zweck rekrutierten sie 2200 Männer und begleitete diese 35! Jahre lang. Alle Versuchspersonen hatten zwischen 1970 und 1973 jeweils ihren fünfzigsten Geburtstag gefeiert. Zu Beginn der Untersuchung mussten die Teilnehmer einen Fragebogen zu ihren Lebensgewohnheiten einschließlich ihrer sportlichen Aktivitäten ausfüllen. Je nach Ergebnis waren die Probanden in Kategorien eingeordnet worden. In der Kategorie „stark aktiv” landeten diejenigen, die wöchentlich mindestens drei Stunden Sport betrieben oder genauso lange schwere körperliche Arbeit wie beispielsweise Gartenarbeit leisteten. „Mäßig aktiv” war, wer häufig spazieren ging oder auch Fahrrad fuhr. Diejenigen, die ihren Tag meist sitzend verbrachten, galten – natürlich – als „träge”. Die Studienteilnehmer, so sie noch lebten, wurden mit 60, 70, 77 und 82 Jahren nochmals befragt, um Veränderungen berücksichtigen zu können. Die Forscher dokumentierten im Untersuchungszeitraum alle Todesfälle und stellten Vergleiche zwischen den Gruppen an.
Nicht überraschend ist das Ergebnis insofern, als die körperlich stark aktiven Probanden die mäßig aktiven um statistische 1,1 Jahre und die trägen um statistische 2,3 Jahre gesund überlebten. Die gute Nachricht für alle Trägen ist die, dass jeder, der sein Leben zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr hin zu mehr Sport ändert, genau so lange leben kann, wie jemand, der sich sportlich sein ganzes Leben lang betätigt hat. (kws)
