Kinder für Trinkwasser sensibilisieren
Neues Bildungspaket zum Thema „Wasser ist Leben”
Trinkwasser ist eines der sensibelsten und wichtigsten Nahrungsmittel. Vielerorts auf der Welt ist eine gesunde und sichere Wasserversorgung nicht selbstverständlich. Dass das Trinkwasser auch in Deutschland nicht so einfach aus dem Wasserhahn kommt, sollten Kinder schon früh lernen. Ab sofort will das Bundesministerium für Umwelt mit Blick auf die vom 31. März bis zum 2. April 2009 dauernde Weltkonferenz der UNESCO „Bildung für nachhaltige Entwicklung” den kostenlosen Service für Lehrerinnen und Lehrer mit Hilfe des Internets ausbauen. Dort können Unterrichtsmaterialien für Grundschulen heruntergeladen werden.
Das Bildungspaket soll Wasser und Gewässerschutz für den Grundschulunterricht thematisieren, wobei die verschiedenen Aspekte aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. So können Schülerinnen und Schüler beispielsweise lernen, wie Wasserkreislauf und Wasserversorgung funktionieren oder wie der eigene Wasserverbrauch berechnet werden kann. Die Kinder sollen erfahren, wie viel Aufwand getrieben werden muss, um verschmutztes Wasser zu reinigen und wieder dem Kreislauf zuzuführen. Zudem können die Kinder mit Hilfe der Materialien den Lebensraum Wasser mit Flora und Fauna erkunden. Das Unterrichtspaket beinhaltet Anleitungen für Versuche, die sich mit dem Lebensmittel Wasser befassen.
Wie das Umweltministerium mitteilte, sind die Bildungsmaterialien als Schülerarbeitshefte auch im Klassensatz erhältlich und werden von didaktisch-methodischen Hinweisen für Lehrkräfte ergänzt. Der Bildungsservice des Bundesumweltministeriums wurde von der UNESCO als „offizielle Maßnahme der UN-Weltdekade – Bildung für nachhaltige Entwicklung” ausgezeichnet. Kostenlos erhältlich sind bereits Unterrichtsmaterialien zu den folgenden Themen: Biologische Vielfalt, Erneuerbare Energien, Klimaschutz und Klimapolitik, Umwelt und Gesundheit, Wasser im 21. Jahrhundert, Flächenverbrauch sowie zum Atomausstieg. (kws)

Gerne würde ich nur Leitungswasser trinken! Aber: Im Trinkwasser Deutschlands sind oft Fäkalien. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit warnt: „Grenzwertüberschreitungen bei Fäkalkeimen der Trinkwasserverordnung sind in 25%, im Sommer sogar in 33% der Trinkwasserproben. Im Grund- und Trinkwasser Bayerns werden regelmäßig Legionellen nachgewiesen.“ Anderswo in Deutschland wird das kaum anders sein. Das Umweltbundesamt UBA publizierte schon im März 2007, dass seit Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung über häufigere Grenzwertüberschreitungen bei coliformen Bakterien geklagt wird. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat 2007 über eine stabile und aktive Bakterienpopulation im Trinkwasser der Harzwasserwerke in Braunschweig berichtet. Professor Dr. med. Martin Exner, Hygiene-Institut der Universität Bonn und Vorsitzender der Trinkwasserkommission von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, hat mehrfach Enterobacter cloacae im aufbereiteten Trinkwasser aus Talsperren gefunden. Das UBA hat bei Berliner Trinkwasseraufbereitungsanlagen nachgewiesen, dass deren Virusfiltration im Mittel 10.000-fach geringer ist als dies die Trinkwasserrichtlinie der Weltgesundheitsorganisation WHO bei Oberflächenwasser seit 2004 fordert. Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Krefeld hat in fertig aufbereiteten Trinkwässern aus der Region Aachen humane Rotaviren mit einer Positivenrate von 20% gefunden.
Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann, Vorstand im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU e.V.: „Das Liefern von Trinkwasser mit Krankheitserregern ist ein Straftatbestand! Wasserwerke mit der üblichen veralteten Technik können Schadstoffe und Krankheitserreger nicht umfassend filtern oder abtöten. Trinkwasser enthält oft Bakterien, Parasiten, Viren und einen Giftcocktail. Deshalb muss das Trinkwasser mit der Nanofiltration oder der Ultrafiltration und Aktivkohlefiltern für rund 1 € pro Person und Monat aufbereitet werden. Machen Sie Ihrem Wasserversorger Dampf!“
soddemann-aachen@t-online.de
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