Feinstaub am Arbeitsplatz
Kampfansage an Ausdünstungen von Laserdrucker und Co
Laserdrucker und Kopierer bieten viele Vorteile. Sie sind schnell, leise, bieten eine hohe Druckqualität und sind im Gegensatz zu früheren Zeiten selbst für den privaten Gebrauch sehr kostengünstig zu erwerben. Der Nachteil dieser Geräte liegt früher wie heute bei deren Emissionen. Die Toner-Partikel müssen mit einer Temperatur von etwa 200 Grad Celsius auf das Papier aufgebrannt werden. Als Folge werden gesundheitsschädliche Stoffe wie Feinstaub, Ozon und verschiedene flüchtige chemische Verbindungen freigesetzt und in den Raum geblasen. Das ist seit langem bekannt. Jetzt endlich koordinieren das Bundesumweltministerium und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) ihre Maßnahmen.
Einer gemeinsamen Presserklärung von Ministerium und BITKOM ist zu entnehmen, dass ein abgestimmtes Vorgehen zur Erforschung von Partikelemissionen aus Laserdruckern und Kopierern neue Erkenntnisse und neue Verfahren zur Messung ultrafeiner Partikel liefern soll. Die von BITKOM und BMU in Auftrag gegebenen Forschungsprojekte sollen mögliche Gesundheitsrisiken, die beim Betrieb von Bürodruckgeräten entstehen, identifizieren. Wenn mit den Geräten „bestimmungsgemäß” umgegangen werde, dürften von diesen keine Gesundheitsgefahren ausgehen.
Wie der Presseerklärung weiter zu entnehmen ist, soll im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes insbesondere in Bezug auf die Emissionen ultrafeiner Partikel ein standardisiertes Messverfahren entwickelt werden, welches die Aktivitäten zur Entwicklung eines international standardisierten Messverfahrens ergänzen soll. Zudem geht das Ministerium davon aus, neue Erkenntnisse dahingehend zu gewinnen, wie die chemische und physikalische Beschaffenheit der Partikel ist. Die Forschungsergebnisse sollen eine flankierende Maßnahme von BMU und Umweltbundesamt (UBA) dabei unterstützen, einen gerätespezifischen Richtwert für die Vergabe des Umweltzeichens Blauer Engel zu definieren.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) führte bereits zwischen von 2005 bis 2007 eine Pilotstudie durch, was die beobachtenden Mitgliederfirmen der BITKOM veranlasst hatte, beim Fraunhofer-Klauditz-Institut (WKI) ein spezielles Forschungsprojekt zur Untersuchung ultrafeiner Partikel aufzulegen. Dabei habe sich herausgestellt, dass die entstehenden ultrafeinen Partikel zum größten Teil weder Tonerpartikel noch Papierabrieb seien. Ultrafeine Partikel seien sogar gemessen worden, obwohl weder Toner noch Papier durch die Maschinen gelaufen sind. Daher werde vermutet, dass ultrafeine Partikel „auch oder zum großen Teil durch Verdampfungsprozesse an der Fixiereinheit entstehen.” (kws)
