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Sucht und Altenhilfe im demografischen Wandel

Forschungsprojekt zur Situation älterer Drogenabhängiger gestartet

Auch Drogenabhängige werden älter und stellen so die Sozial- und Gesundheitssysteme vor neue Aufgaben. Dabei besteht unter den Experten Übereinstimmung darin, dass über vierzigjährige Drogenabhängige Versorgungsprobleme mit sich bringen, die denen von über Siebzigjährigen in normalen Verhältnissen sehr ähnlich sind. Daher startet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit Jahresbeginn 2009 das Projekt „Ältere Drogenabhängige in Deutschland”.

Wie aus dem BMG verlautet, soll das „Institut für Suchtforschung der Fachhochschule Frankfurt/Main” untersuchen, in welcher Situation sich Drogenabhängige im Alter befinden und welche Unterstützung ihnen demzufolge durch Suchthilfe- und Altershilfesystem geboten werden kann. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, erklärte dazu, es sei ein Erfolg der Drogen- und Suchtpolitik, dass zunehmend mehr Drogenabhängige länger lebten. Entscheidend dafür seien neben den niedrigschwelligen Maßnahmen wie den Drogenkonsumräumen, den Kontaktläden, den Spritzentausch- und Impfprogrammen, den Trainings für den risikobewussten Umgang (mit Drogen) und den Hilfen für eine gesunde Ernährung vor allem die kontinuierlich ausgeweitete Substitutionsbehandlung. „Jetzt geht es darum, dass sich die vorhandenen Hilfesysteme auf die neue Klientel der älteren Drogenabhängigen einstellen.”

Altwerden in Würde

Das Projekt hat die Aufgabe, die Herausforderungen zu beschreiben und daraus den Bedarf an Fort- und Weiterbildung zu entwickeln. Zudem sollen Empfehlungen dafür erarbeitet werden, wie die bereits vorhanden Ressourcen zur Versorgung von älteren und alten Drogenabhängigen in der Drogenhilfe beziehungsweise in der Altenhilfe genutzt werden können und welche Kooperationsmöglichkeiten bestehen, um möglichst viele Synergie-Effekte zu erzielen.  Die Situation in Deutschland könne gut mit der in anderen europäischen Ländern verglichen werden, weil das Institut für Suchtforschung der Fachhochschule Frankfurt/Main zugleich Träger eines EU-Projekts zur Versorgung älterer Drogenabhängiger ist.

Bätzing sagte weiter, es sei ein übergeordnetes Leitziel in der bundesdeutschen Altenpolitik, auch älteren Drogenabhängigen das Altwerden in Würde zu ermöglichen. „Dazu gehört die Förderung und Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe, die Erhaltung und Stärkung von Eigenkompetenzen und das Ernstnehmen ihrer Bedürfnisse und Wünsche.”

Das Projekt soll mit 75.000 Euro vom BMG gefördert werden. Erste Ergebnisse werden zu Beginn des Jahres 2010 erwartet. (kws)




5. Januar 2009 | Kategorie: In Kürze

2 Kommentare »

  1. Das ist doch mal ein wirklich gutes Projekt. Ist ja klar, dass die Drogenabhängigen auch älter werden und ich denke, dass nicht nur die Abhängigen von Koks und Co. gemeint sind, die weichen Drogen wie Alkohol sollten ja auch dazu zählen. Insofern ist die Abstimmung der Versorgung auf ältere Drogenabhängige ein wirklich lobenswertes Projekt, dass unbdedingt unterstützt gehört. Schön, dass ihr hier auch noch mal darauf aufmerksam macht.

  2. Ich finde, dass man dieses Problem an der Wurzel bekämpfen muss. Man sollte versuchen, die Drogenabhängigen einfach von der Sucht weg zu bekommen. Man tut doch so viel für andere Menschen, warum sollte man nicht etwas für diese Menschen tun.

    Allerdings glaube ich auch, dass es durchaus sehr schwierig sein wird mit diesem Problem klar zu kommen. Und ich glaube auch, dass diese Leute sehr viel Geld kosten. Aber das Projekt ist wirklich eine gute Idee. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

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