Wer schläft, dopt sich
Mehr Schlaf als üblich wirkt sich offenbar deutlich auf die Leistungsfähigkeit von Sportlern aus. Wie auf der Jahrestagung der Associated Professional Sleep Societies im Juni 2008 in Baltimore im US-Staat Maryland verkündet wurde, konnten Wissenschaftler der Stanford University, Kalifornien, herausfinden, dass eine Extraportion Schlaf Schnelligkeit, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen signifikant steigerten. Damit wird eine lang gehegte Vermutung untermauert, dass im Leistungssport mehr Schlaf den Ausschlag geben kann über Sieg oder Niederlage, über Rekord oder dessen Verfehlen.
Die Schlafforscherin Cheri Mah arbeitete mit Sportstudenten der Universität zusammen, die sie aufgefordert hatte, über einen längeren Zeitraum hinweg so viel wie möglich zu schlafen. Die Wissenschaftlerin erklärte, auch früher mit Sportlern unterschiedlicher Disziplinen gearbeitet zu haben. Es sei interessant, dass während der Studien persönliche und lang bestehende Rekorde gebrochen sowie Saisonbestzeiten aufgestellt worden waren. In ihrer aktuellen Studie betreuten die Wissenschaftler fünf Sportstudenten und Mitglieder des Schwimmteams der Universität. Diese mussten vierzehn Tage lang ihren gewohnten Tagesrhythmus beibehalten, um anschließend ihren Schlaf sieben Wochen lang auf zehn Stunden täglich auszudehnen.
Die Extraportion Schlaf hatte bei den Probanden deutliche Auswirkungen. Die ausgeschlafenen Studenten verbesserten ihre Leistungen beispielsweise bei einem 15-Meter-Sprint um rund eine halbe Sekunde, sie reagierten auf das Startsignal 0,15 Sekunden schneller und schafften die Wende 0,10 Sekunden schneller. Zudem waren die Probanden durchweg besser gelaunt, weniger müde und fühlten sich lebendiger. Mah sagte, die aktuelle Studie habe sich zwar auf Schwimmer bezogen, die gewonnenen Daten jedoch stimmten mit ihren anderen Studien unterschiedlicher Sportarten überein. Das lege nahe, dass Athleten aus allen Sportarten von einer Extraportion Schlaf in hohem Maße profitieren könnten. Da es im Leistungsport bei einer hohen Leistungsdichte oft nur um hundertstel Sekunden oder Millimeter geht, um ein Quäntchen mehr oder weniger Konzentration, könnte zusätzlicher Schlaf tatsächlich den notwendigen mentalen und physischen Vorsprung ausmachen. (kws)

Ein wirklich interessanter Artikel. Nur frage ich mich gerade, ob man in der Zeit vor einem Wettkampf wirklich mehr schlafen kann. Wenn ich aufgeregt bin, oder über verschiedene Dinge nachdenken muss und viel grüble, dann kann ich nur wenig schlafen. Das Einschlafen dauert ewig und nach ein paar Stunden bin ich dann auch schon wieder wach. Ob das also immer Erfolg haben wird, mehr zu schlafen, wage ich doch bei einigen zu bezweifeln, einfach weil sie nicht mehr schlafen können.