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Resistenzen gegen Antibiotika bekämpfen

Die Bundesministerien für Gesundheit (BMG), für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMELV) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) haben sich zu einer gemeinsamen Strategie zur Bekämpfung der Antibiotika-Resistenzen zusammengeschlossen. Wie aus dem BMG verlautet, hat das Bundeskabinett der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) zugestimmt. Die zentrale Aufgabe des Bündnisses besteht darin, Resistenzen gegen Antibiotika zu reduzieren.

Unterstützt werden die Ministerien dabei von Organisationen des Gesundheitswesens, wie beispielsweise dem Robert-Koch-Institut, der Bundesärztekammer, der Bundestierärztekammer, dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Spitzenverband der Krankenkassen und vielen anderen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte anlässlich der Vorstellung der Antibiotika-Resistenzstrategie im Kabinett: „Infektionskrankheiten sind auch in Deutschland nach wie vor eine Gefahr für die Bevölkerung. 2006 starben über 40.000 Menschen an den Folgen einer Infektion.” Wegen häufigen unnötigen und ungezielten Einsatzes von Antibiotika steige die Zahl der resistenten Erreger, wodurch die Behandlung immer schwieriger werde. Schmidt sagte weiter, insbesondere der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika und die inkonsequente Anwendung von Empfehlungen zur Prävention von Infektionen seien für die zunehmende Resistenzentwicklung verantwortlich. Das führe zu verhängnisvollen Situationen, wenn Antibiotika in einer lebensbedrohlichen Situation eingesetzt werden müssen. DART beziehe sich nicht nur auf den human-, sondern auch auf den veterinärmedizinischen Bereich. Mit der Strategie sollen die Hauptursachen für die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen bekämpft werden.

DART widmet sich den folgenden Hauptthemen:

Ausbau von Überwachungssystemen zur Antibiotika-Resistenz- und Antibiotika-Verbrauchssituation in Deutschland.
Die Überwachungssysteme zur Antibiotika-Resistenz- und zur Antibiotika-Verbrauchssituation in Deutschland sollen gestärkt werden, damit die daraus resultierenden Informationen den Antibiotika verordnenden Ärztinnen und Ärzten zurückgeleitet werden können.

Stärkung der Verhütungs- und Bekämpfungsmaßnahmen zur Reduzierung von Antibiotika-Resistenzen.
Die Anwendung von Empfehlungen zur Antibiotika-Therapie soll verbessert werden, um den gezielten Einsatz von Antibiotika sicherzustellen.

Verbesserung von Aus-, Weiter- und Fortbildung in Gesundheitsberufen.
In Aus- Weiter- und Fortbildung wird das Resistenzproblem einen besonderen Stellenwert erhalten. So kann eine Basis für die sachgerechte Anwendung von Antibiotika und für die Bekämpfung von Infektionserregern geschaffen werden.

Förderung der Zusammenarbeit
Die Kooperation zwischen den in der Gesundheitsversorgung Beteiligten, ambulant und stationär, soll gestärkt werden.

Vernetzung und Verstärkung von Forschung und Evaluierung.
Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen sollen künftig auf eine bessere wissenschaftliche Grundlage gestellt werden.

Berücksichtigung von Tierhaltung, Lebensmittelketten und tierärztlicher Tätigkeit

Hierbei wird sich DART auf die folgenden Punkte konzentrieren:

  • Erfassung und Überwachung der Antibiotika-Resistenzsituation,
  • Förderung des verantwortungsvollen Umgangs mit Antibiotika durch Tierärzte und Landwirte sowie auf Managementmaßnahmen zur Minimierung von Resistenzen,
  • Stärkung von Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionskrankheiten,
  • Kooperation mit der Humanmedizin.

(kws)

DART ist im Netz zu finden unter

http://www.bmg.bund.de/antibiotika-resistenzstrategie




12. November 2008 | Kategorie: In Kürze

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