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HIV – Geld und Sterben

Pharmaindustrie verweigert Tests

Mit einem kostengünstig herzustellenden, leicht anzuwendenden und wirksamen Vaginal-Gel hätten Frauen die große Chance, sich in eigener Verantwortung und aktiv gegen eine Infektion mit dem HIV zu schützen. Dafür allerdings müsste sich das eine oder andere Pharmaunternehmen dazu durchringen, die notwendigen klinischen Versuche durchzuführen. Die ablehnende Haltung veranlasste die Wissenschaftler, sich gleichzeitig mit der Bekanntgabe ihrer Entdeckung im angesehenen US-Wissenschaftsjournal „PNAS” kritisch zum Verhalten der Pharma-Industrie zu äußern.

Olivier Hartley von der medizinischen Fakultät der Universität Genf, der an der Entwicklung des Wirkstoffes unmittelbar beteiligt war, erklärte dazu der Deutschen Presseagentur gegenüber lapidar, die potenziellen Konsumenten eines Medikaments gegen HIV seien die Ärmsten auf diesem Planeten. Die Kaufkraft dieser Menschen sei gering, weshalb die Industrie sich auch nicht interessiere. Die Tests an Menschen sind nämlich recht aufwändig und es ist noch nicht sicher, ob der Wirkstoff nicht nur bei Affen, sondern auch außerhalb des Labors, beim Menschen, die gewünschte Wirkung zeigt. Es wäre nicht das erste Mal, dass unter Versuchsbedingungen im Labor erfolgreich gearbeitet wurde, die entsprechenden Mittel jedoch am menschlichen Organismus angewandt versagt haben. Dieses Risiko ist den Pharma-Unternehmen offensichtlich zu hoch. Jetzt wollen die Genfer Forscher auf private Initiativen und Regierungen zurückgreifen, um die Finanzierung der Tests sicherzustellen. (kws)




11. November 2008 | Kategorie: In Kürze

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