Gesunder Körper in gesunder Wirtschaft
Ein deutsch-russisches Aktionsprogramm zur Intensivierung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens wurde am 2. Oktober 2008 von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und deren russischer Amtskollegin Tatjana Golikowa in Sankt Petersburg unterzeichnet. Wie der Gesundheit-Report bereits vergangenen Monat berichtete, kümmert sich die Bundesregierung mit dem Modellprojekt „Gesundheitsförderung und HIV- und AIDS-Prävention für Menschen aus Osteuropa in Baden-Württemberg – GEMO” um Betroffene aus sogenannten Hochprävalenzländern, also Ländern mit einer außergewöhnlich hohen AIDS-Rate, zu denen auch Russland zählt. In dem jetzt vereinbarten Aktionsprogramm haben sich die beiden Ministerien auf eine enge Zusammenarbeit verpflichtet.
Neben der Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie AIDS/HIV, Tuberkulose sowie Hepatitis B und C stehen die Bekämpfung von Suchtkrankheiten und der Schutz von Mutter und Kind im Vordergrund. Parallel dazu soll die Kooperation in den Bereichen e-health und Telematik in der Medizin sowie Anpassung der Rechts- und Managementstrukturen intensiviert werden.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt äußerte ihre Freude darüber, dass zwischen Russland und Deutschland Einigkeit über den hohen Stellenwert der Gesundheitsversorgung für ein funktionierendes staatliches Gemeinwesen und eine lebendige zivilgesellschaftliche Ordnung bestehe. Das Aktionsprogramm sei eine gute Grundlage dafür, gemeinsam drängende Gesundheitsprobleme zu bekämpfen. „Der gegenseitige Nutzen der Zusammenarbeit zeigt sich deutlich am Beispiel eines gemeinsamen Projektes im HIV/AIDS-Bereich.” Die Ministerin weiter: „Hier werden die Wechselwirkungen von Medikamenten bei gleichzeitiger Infektion mit HIV/AIDS und Tuberkulose analysiert. Hierdurch gewinnen Ärzte beider Staaten zusätzliche Erkenntnisse über eine optimierte Behandlung und lernen voneinander, wie mit unterschiedlichen Krankheitssituationen umgegangen werden kann.”
Weiterhin bestehe die Absicht, die deutsch-russische Zusammenarbeit auch auf gesundheitswirtschaftlichem Gebiet zu stärken. Es sei notwendig, die Auswirkungen einer innovativen Gesundheitswirtschaft auf Volkswirtschaft und Wohlstand zu berücksichtigen. Das Bundesministerium für Gesundheit werde für dieses Thema die Einrichtung einer strategischen deutsch-russischen Arbeitsgruppe vorschlagen. Deren Aufgabe solle darin bestehen, Rahmenbedingungen zur Verbesserung des Investitionsklimas zu schaffen. Wie aus dem Ministerium verlautet, müssen dafür „anhand von Einzelfällen konkrete Probleme in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen formuliert und gelöst werden”. Für die Arbeit der Strategischen Arbeitsgruppe sind auf deutscher Seite die Bundesregierung, der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft und der DIHK mit jeweils eigenen Beiträgen verantwortlich. (kws)
