Werbung wirkt auch beim Alkohol
Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen: Werbung verführt bereits Kinder und Jugendliche zum frühzeitigen Alkoholkonsum. Das stellte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, anlässlich der Fachtagung „Alkoholwerbung – Wirkung und (Selbst-)Kontrolle” im Roten Rathaus in Berlin fest. Experten aus dem In- und Ausland diskutieren dort über die Wirkung und effizientere Kontrolle von Alkoholwerbung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
Die Experten sind sich in ihrer Kritik einig, dass die Selbstkontrolle ohne staatliche Aufsicht, wie sie durch den Deutschen Werberat praktiziert werde, unzureichend sei. Fachleute aus Irland, Großbritannien und Frankreich stellten unterschiedliche Modelle der Regulierung vor, einer Kombination aus Selbstkontrolle der Wirtschaft und staatlicher Aufsicht über diese Selbstkontrolle. „Auch wenn Familien und Schulen durch Erziehung und Prävention einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung des Alkoholmissbrauchs leisten können, darf man die Wirkung und den Einfluss von Alkoholwerbung nicht unterschätzen”, erklärte Bätzing weiter.
Bätzing betonte, es gehe ihr um die Kinder und Jugendlichen, nicht um ein umfassendes Alkoholwerbeverbot. Der Deutsche Werberat müsse sich dringend reformieren und die Empfehlungen des Europäischen Dachverbandes der Selbstkontrolle (EASA) vollständig umsetzen. Dazu zähle unter anderem eine unabhängige Zusammensetzung des Gremiums und ein aktives Monitoring der Alkoholwerbung. Bätzing kündigte weitere Gespräche mit der Werbewirtschaft an. (kws)
