Alzheimer ausbremsen
David Snowdon vom Sanders-Brown-Zentrum für Altersforschung in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky hat entdeckt, dass die für die Krankheit bislang als typisch erachteten sogenannten Amyloid-Plaques – das sind Proteineinlagerungen im Gehirn – nicht für das Ausbrechen der Krankheit verantwortlich sein können.
Eine Nonne war an einem Herzanfall gestorben. Schwester Bernadette war eine hochintelligente Frau mit einem hervorragenden Gedächtnis gewesen. Erst kurz vor ihrem Tod hatte Snowdon die 85-Jährige im Auftrag der Wissenschaft und mit deren Einverständnis untersucht. Sie hatte für den Fall ihres Todes ihr Gehirn der Forschung zur Verfügung gestellt. Als die Forscher das Gehirn von Schwester Bernadette erforschten, konnten sie Erstaunliches entdecken. Das Gehirn war voller Amyloid-Plaques. Bernadettes Gehirn hätte längst das Endstadium der Alzheimer-Krankheit erreicht haben müssen. In der Folge wurden die Gehirne anderer Schwestern untersucht. Auch hier hätten in vielen Fällen die alten Damen schwer demenzkrank gewesen sein müssen. Tatsächlich waren sie jedoch alle quicklebendig und geistig topfit gewesen. Zu diesem Ergebnis passt, dass neuerdings immer mehr Alzheimer-Forscher zu dem Schluss kommen, die Auslöser für die Krankheit seien nicht die Amyloid-Plaques, sondern Entzündungen im Gehirn.
Eindeutig bewiesen hingegen ist, dass man etwas gegen das Ausbrechen der Krankheit tun kann. Geistig anregende Tätigkeiten wie Lesen, Malen oder Musizieren sind eine hervorragende Prophylaxe gegen Alzheimer. Dabei scheint das Musizieren am wirksamsten zu sein. (fma)
