Schichtarbeit erträglicher gestalten
Der Mensch ist entwicklungsgeschichtlich so konzipiert, dass er mit der Sonne aufsteht und mit ihr schlafen geht. Schichtarbeit in modernem Sinne war da nicht vorgesehen. Schlaf regeneriert die Organe des Körpers und unterstützt so entscheidend deren Funktionen.
Auch wenn die Folgen von Schlafentzug in der Wissenschaft nicht einhellig beschrieben werden, so besteht doch Einigkeit darüber, dass ständige Übermüdung zu einer deutlichen Reduzierung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und zu einer starken Beeinträchtigung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens führt. In der Folge können auf der einen Seite Fehler und Unfälle – teilweise mit katastrophalen Folgen – beobachtet werden, auf der anderen Seite physische und psychische Erkrankungen. Davon sind gerade Nacht- und Schichtarbeiter betroffen. Statistisch weisen sie einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Erkrankungen des Herzens wie des gesamten Kreislaufes, des Magens und des Darms sowie der stressanfälligen Leber auf. Burnout-Syndrome sind an der Tagesordnung.
Um Schichtarbeit kommen wir nicht herum
Oftmals können lebensnotwendige Dienstleistungen, wie beispielsweise der Betrieb an Kliniken oder die Arbeit bei der Polizei, nur durch Nacht- und Schichtarbeit aufrecht erhalten werden. So sollten die Betroffenen lernen, Regeln zu beachten, die dabei helfen, die angesprochenen negativen Folgen zumindest zu vermindern. Da Nachtarbeiter und Schichtarbeiter in der allgemein üblichen Arbeitszeit von etwa sieben Uhr morgens bis 17 Uhr abends nicht oder, je nach der Art der Zeitplanung, nur alle zwei oder drei Wochen arbeiten, müssen sie sich an die Störung des natürlichen Rhythmus gewöhnen. Das ist nicht nur wegen der Zeit so schwierig, sondern auch deswegen, weil die soziale Umgebung und das soziale Verhalten nicht mehr in Einklang mit den Arbeitszeiten stehen. Darüber hinaus ist der Schlaf am Tage qualitativ und quantitativ nicht mit dem Schlaf des Nachts vergleichbar. So ist es empfehlenswert, als schichtarbeitender Mensch den individuellen Rhythmus an die Gegebenheiten anzupassen. Dazu gehört, seine Schlafgewohnheiten und seine Ernährung umzustellen. Britische Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass längere Schichten auf weniger Tage verteilt am besten zu verkraften sind. (kws)
