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Chlamydien, die unbekannten Wesen

Wenige Menschen kennen Chlamydien. Es handelt sich um Bakterien, die bei vielen Lebewesen Infektionen verursachen. Beim Menschen führen sie zu Erkrankungen der Schleimhäute im Bereich der Augen, der Atemwege und in den Genitalien. Oft sind sie Ursache für die Erblindungen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Weltweit zählt die Infektion mit den hochinfektiösen Chlamydien zu den häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Krankheiten. Jedes Jahr werden rund 300 000 Menschen von dem Bakterium heimgesucht. Am gefährdetsten sind junge Frauen. Rund siebzig Prozent der infizierten Personen merken gar nichts von der Infektion, sind aber Überträger des Bakteriums. Dennoch kann auch hier die Infektion bei Frauen zur Unfruchtbarkeit führen, weil die Eileiter verkleben. Männer und Frauen, bei denen Symptome auftreten, leiden unter Ausfluss und Schmerzen beim Urinieren. Männer können durch die Infektion unter anderem mit einer Entzündung der Harnröhre rechnen.

Der Nachweis einer Chlamydien-Infektion wird in der Regel durch einen Abstrich bei Frauen erbracht. In Zukunft soll ein Urintest den Abstrich ersetzen, wobei allerdings dessen Zuverlässigkeit mit etwa neunzig Prozent bewertet wird. Das bedeutet, dass bei tausend Frauen ein Unsicherheitsfaktor von hundert vorliegt. Daher setzen viele Ärzte weiterhin auf den Abstrich.

Chlamydien-Infektionen sind bei frühzeitiger Identifikation sehr gut mit Antibiotika zu beseitigen, wobei der Sexualpartner unbedingt mit einbezogen werden muss, soll die Therapie erfolgreich sein. (kws)




12. August 2008 | Kategorie: In Kürze

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