Infektionsquelle Hund
Das Märchen vom Fuchsbandwurm, der auf wild wachsenden Beeren sitzt und nur darauf wartet, deren Sammler und Verkoster anzufallen, ist nicht totzukriegen. Selbst in der einschlägigen Fachliteratur wird als Überträger des Fuchsbandwurmes ausschließlich auf Hunde hingewiesen.
Der Fachgebietsleiter für Zoonosen beim Robert-Koch-Institut, Klaus Stark, erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, es gebe zwar nie ein Null-Risiko, die Wahrscheinlichkeit jedoch, sich durch Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, sei äußerst gering. Dennoch ist es grundsätzlich empfehlenswert, Waldfrüchte vor dem Verzehr zu waschen.
Für den Fuchsbandwurm ist der Mensch nur ein unüblicher Zwischenwirt. Infiziert sich der Mensch dennoch, wird allerdings der Parasit zu einer ernst zu nehmenden gesundheitlichen Bedrohung. Die Larven nisten sich meist in der Leber ein und rufen Geschwülste hervor, die die Funktion der Leber stören. Unbehandelt führt die Infektion zum Tod. Die entsprechenden Medikamente müssen in der Folge ein Leben lang eingenommen werden, um die Infektion in Schach zu halten.
Haustiere, insbesondere Hunde können sich leicht mit dem Fuchsbandwurm infizieren. Katzen sind in der Regel keine guten Wirte für den Parasiten. Durch engen Kontakt mit dem infizierten Hund können Bandwurmeier in den Mund des Menschen geraten und die Echinokokkose auslösen. Daher sollten Hunde regelmäßig entwurmt werden und Menschen, die mit Hunden in Kontakt gekommen sind, sich insbesondere vor dem Essen die Hände waschen. (kws)
