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GKV: Verweigerung von ärztlicher Behandlung unethisch

Entzug der Kassenzulassung droht

Auf die Ergebnisse der gemeinsamen Studie des Allensbach-Instituts und des Finanzdienstleisters MLP, wonach mindestens jeder zweite Arzt schon aus Kostengründen auf Behandlungen verzichtet haben soll, reagierte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, mit deutlichen Worten. Leistungen, die medizinisch notwendig seien, würden ohne wenn und aber von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Ärzte, die dennoch Leistungen verweigerten, müssten sich fragen lassen, ob das mit ihrem Berufsethos zu vereinbaren sei.

GKV-Vorstandsvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer, Foto: GKV

Pfeiffer verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass Ärzte ihre Patienten nicht zu medizinisch unnötigen Untersuchungen wie beispielsweise sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen drängen, welche aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Sollten Ärzte Behandlungen oder Untersuchungen, die zu den Kassenleistungen gehören, tatsächlich direkt beim Patienten abrechnen, so könne die Kassenzulassung entzogen werden. Pfeiffer: „Wem medizinisch notwendige Leistungen verweigert werden, der sollte sich unbedingt an seine Krankenkasse wenden.“

Oft unbewiesene Behauptungen

Obwohl 55 Prozent der für die Studie befragten Mediziner zugegeben hatten, aus Kostengründen schon mal Behandlungen nicht durchgeführt zu haben, von deren Gebot sie selbst überzeugt waren, stellte die GKV-Vorstandsvorsitzende die unbedingte Glaubwürdigkeit von Patientenaussagen in Frage. So gebe es seit Jahren „pauschale Behauptungen“, wonach Behandlungen nicht möglich gewesen oder verweigert worden seien. Aber es fehlten konkrete Beweise. Pfeiffer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Nutzen vieler Behandlungs- und Untersuchungsmethoden zweifelhaft sei: „Heute geben wir noch viel Geld für Untersuchungen und Behandlungen aus, die den Patienten entweder nicht helfen oder, noch schlimmer, sogar schaden. Nur wenn Untersuchungs- und Behandlungsmethoden ihren Nutzen und ihre Unbedenklichkeit in Studien nachgewiesen haben, gehören sie in die generelle Versorgung. Die Sicherheit von Patienten muss hier an erster Stelle stehen.“ (kws)




26. November 2010 | Kategorie: In Kürze

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