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Kampf gegen AIDS

Erstmals erfolgreicher Einsatz eines Chemischen Kondoms

„Es ist das erste Mal, dass Frauen etwas haben, was sie von sich aus steuern können“, zeigte sich Gottfried Hirnschall, Direktor der AIDS-Abteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Wien erfreut. Er nahm damit Bezug auf den Umstand, dass gerade in denjenigen Gegenden im südlichen Afrika, die weltweit von den meisten AIDS-Infektionen betroffen sind, Frauen ihre Sexualpartner nicht vom Gebrauch des Kondoms überzeugen können – mit den bekannten katastrophalen Auswirkungen. Jetzt wurde auf der 18. Welt-AIDS-Konferenz in Wien eine Untersuchung präsentiert, die den erfolgreichen Einsatz eines „Chemischen Kondoms“ beschreibt.

Das Chemische Kondom ist ein Gel, das mit einem Prozent Tenofir vermischt wurde. Bei Tenofir handelt es sich um ein gängiges Medikament, das bei der Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt wird. Das Gel wird von der Frau vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Die Anwendung hat den Vorteil, dass der uneinsichtige Sexualpartner davon nichts merkt. Nahezu zwei Drittel der neu infizierten Menschen sind Frauen.

Um die Hälfte weniger Infektionen

Die Studie war, von den Regierungen Südafrikas und der USA finanziert, über einen Zeitraum von 20 Jahren vom Centre for the AIDS Programme of Research in South Africa (CAPRISA) im südafrikanischen Durban durchgeführt worden. Durban ist die Hauptstadt der sogenannten Gartenprovinz KwaZulu-Natal, einem der AIDS-Schwerpunkte in der Republik Südafrika.

Im Verlauf der Studien waren auch sechs andere Kombinationen mit Mikrobiziden ausprobiert worden, von denen jedoch keine die erhofften Ergebnisse brachte. Die Versuchsreihen mit Tenofir ergaben, dass die Infektionshäufigkeit mit dem HIV bei Frauen, die das Gel bei jedem Geschlechtsverkehr benutzten, um rund 55 Prozent niederer lag. Die Studienautoren zeigen sich davon überzeugt, dass bei weiterer Bestätigung der Ergebnisse das Gel alleine in Südafrika mehr als eine halbe Million neuer HIV-Infektionen verhindern könne. (kws)




20. Juli 2010 | Kategorie: Heilkunde

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