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Lungenkrebs bei Nichtrauchern

GPC5 liefert eine Antwort

Raucher tragen das höchste Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Das ist unbestritten. Lange jedoch wurde darüber gerätselt, warum auch viele Nichtraucher Lungenkrebs bekommen, wobei Asiaten wesentlich stärker betroffen sind, als Menschen aus westlichen Ländern. Jetzt haben Wissenschaftler der Mayo-Klinik in Rochester, Minnesota, herausgefunden, dass eine genetische Besonderheit Nichtraucher anfällig für Lungenkrebs macht. Die Ergebnisse der Studie weisen auf Mutationen bei einem Gen namens GPC5 auf dem Chromosom 13q31.3 hin, die das Krebswachstum fördern.

Foto: Hendrike/Wikipedia

Zwölf Jahre lang war die Untersuchung unter Leitung der Professorin für Epidemiologie Ping Yang vorbereitet worden. Diese wurde in vier Teilstudien durchgeführt. Bereits in deren erster konnten 44 verdächtige Genvarianten entdeckt werden. Erst in der vierten Teilstudie war das verantwortliche Gen identifiziert worden. Ping Yang sagte dazu, mit GPC5 sei nicht nur das erste Gen entdeckt worden, das für Lungenkrebs bei Nichtrauchern verantwortlich sei. Das Ergebnis lasse auch vermuten, dass GPC5 ein Schlüsselhormon für Lungenkrebs darstelle. Mutationen darauf erhöhten das Risiko für diesen Tumor.

Auf GPC5 fokussiert

GPC5 ist kein unbekanntes Gen. Es wurde beispielsweise bei Menschen, die unter Multipler Sklerose leiden, gehäuft in bestimmter Ausprägung identifiziert. Zudem wurde schon früher die Verbindung zu anderen Krebserkrankungen hergestellt. „GPC5 könnte deswegen, je nach Gewebetyp, ganz verschiedene Rollen für unterschiedliche Krankheiten spielen“, sagte Ping Yang. Offenbar fungiere ein normales GPC5 als Tumorsuppressor, das heißt, es unterdrückt die Krebsentwicklung. Ping Yang erklärte weiter, es werde vermutet, dass GPC5 die Zellteilung mitsteuert. Das müsse sich aber erst noch im Tierversuch bestätigen. Weil die geringe Ausbildung von GPC5 nur bei einem Drittel der Nichtraucher zu Krebs führe, müsse jetzt herausgefunden werden, was sie von den beiden anderen Dritteln unterscheidet. Die Antwort könne sich „irgendwo auf den 42 noch nicht untersuchten Abweichnungen“ finden. (kws)




23. März 2010 | Kategorie: Heilkunde

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