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Neue Erkenntnisse erklären Phänomene

Erfahrungen in der Medizin gewinnen mehr Bedeutung

Immer dann, wenn alte Heilmethoden wieder auferstehen – was sie des Öfteren tun -, ist das Erstaunen auf Seiten der allgemeinen Öffentlichkeit genauso groß, wie die Verachtung von Seiten derer, die auf der Messbarkeit von Methoden bestehen. Eine Erklärung für dieses Phänomen der Wiederauferstehung, beispielsweise unter Bezugnahme auf unsichere Zeiten, greift hierbei zu kurz. Die damit verbundenen Erkenntnisse und Aufgaben treffen nämlich nicht nur die Medizin, sondern parallel auch die Physik, Biologie und andere Naturwissenschaften. Vereinzelt kann man bereits das Wort „Paradigmenwechsel” flüstern hören. An der Berliner Universitätsklinik Charité wurde vor kurzem am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie sogar ein Bereich zur Erforschung der Komplementärmedizin eingerichtet. Es soll die “große Lücke zwischen Therapierealität und wissenschaftlichem Kenntnisstand geschlossen werden”.

Die Bandbreite der Krankheiten hat sich sehr verändert. Infektionen, Verletzungen und so weiter spielen nicht mehr die ganz große Rolle. Wenn Menschen zum Arzt kommen, haben sie eher andauernde, chronische Beschwerden. Oft können Mediziner die Ursache einer Krankheit nicht finden und stellen fest, dass das Problem von einer funktionellen Störung herrührt, nicht von einer organischen Krankheit. Ein Ziel für chemische Indikationen ist nicht deutlich. Schmerzen können möglicher Weise gestoppt werden, aber die Ursache bleibt bestehen – chronische Leiden sind sehr widerstandsfähig. Dann wird auf komplementäre Heilverfahren zurückgegriffen, die allerdings lange Zeit in Anspruch nehmen. Oftmals wird an dieser Stelle deutlich, dass andere Lebenseinstellungen und Präventionen vor derlei Problemen schützen können.

Das, was heute als „alternative Medizin” bezeichnet wird, hat seinen Ursprung in den traditionellen Heilkünsten des alten Europa, in Amerika und Asien. Diese waren jahrtausendelang in den dortigen Gesellschaften verwurzelt und hatten ihre eigenen, orthodoxen Werte. Sie wurden von den modernen medizinischen Methoden, die sich aus den Erfolgen der wissenschaftlichen Naturwissenschaften speisten, nahezu vollständig verdrängt. Pest, Seuchen und die schrecklichen Folgen der Kriege konnten so besiegt werden.

Komplementär- und Alternativmedizin

Die Rückbesinnung auf fernöstliche Therapie- und Diagnoseformen -Stichwort traditionelle chinesische Medizin (TCM) – sowie deren Adaption, die außerhalb unserer wissenschaftlichen Medizin stattfinden, werden unter zahlreichen Begriffen subsumiert: Erfahrungsmedizin, Ganzheitsmedizin, Komplementär- und Alternativmedizin, sanfte Medizin, Volksmedizin, traditionelle Medizin, Ethnomedizin, grüne Medizin, biologische Medizin, Naturheilverfahren, (klassische) Naturheilkunde oder auch naturgemäße Heilweisen. Freundlich umschriebene Bezeichnungen für nicht freundlich gemeinte Einschätzungen gibt es auch, wie beispielsweise unkonventionelle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (UUB), unkonventionelle Medizinische Richtungen (UMR),  nicht anerkannte Behandlungsmethoden, Außenseitermethoden, Außenseitermedizin, nicht etablierte Medizin, Paramedizin oder im schlimmsten Fall Scharlatanerie und Quacksalberei. Um nicht falsch verstanden zu werden, Scharlatane und Quacksalber existieren durchaus in großen Mengen mit allen üblen Konsequenzen.

International scheint sich der Begriff Komplementär- und Alternativmedizin (CAM – Complementary and Alternative Medicine) durchzusetzen. Die Europäische Kommission schreibt in einem Bericht von „Unkonventioneller Medizin” und sieht die Gemeinsamkeit der Methoden und Verfahren in der Abwesenheit der Schulmedizin beziehungsweise wissenschaftlichen Medizin.

Wissenschaft denkt zu eng

Grundsätzlich unterscheiden sich wissenschaftliche Medizin und Komplementärmedizin folgendermaßen: Die wissenschaftliche Medizin verfolgt in ihrem naturwissenschaftlichen Ansatz eine pathogenetische Orientierung. Sie ist strukturell nur an Krankheitssymptomen interessiert, die sie als Defizite einer Funktionsnorm (Gesundheit) interpretiert.  Die Komplementärmedizin hingegen verfolgt in ihren ganzheitlichen Ansätzen das Ziel der Selbstheilung. Hierbei werden die Symptome als Äußerungen des Organismus auf dem Weg dahin gedeutet. (Vergleiche Salutogenese von Antonovsky). Allen komplementären Verfahren ist gemeinsam, dass sie in der schulmedizinischen Ausbildung keine Berücksichtigung finden mit Ausnahme homöopathischer Prinzipien und Naturheilverfahren. Zudem gibt es mit Ausnahme der Akupunktur und der Homöopathie keine empirischen Studien zu diesen alternativen Heilmethoden. Im Finanzierungsrahmen der Krankenkassen sind nur wenige dieser Verfahren anerkannt.

Erfahrungswissen hat große Bedeutung

Aus älteren Studien und neuen Berichten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes lässt sich ein großes Interesse daran ableiten, Erfahrungen beschreiben und benennen zu können, um auf dieser Basis nach tiefergehenden Erklärungen zu suchen. Darf man dem Allensbacher Institut glauben, messen die Bundesbürger dem Erfahrungswissen der Ärzte große Bedeutung zu. So sind 61 Prozent der Befragten der Auffassung, dass Naturheilmittel aufgrund der Erfahrung von Ärzten und Patienten verordnet werden können, selbst wenn ihre Wirkungen nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind. Der Gesundheit-Report möchte den Entwicklungsprozess der Heilmethoden thematisch begleiten, indem er eine Plattform zur Diskussion bietet und dabei auch Anregungen zu Erklärungsversuchen miteinbezieht.

Anregend sind beispielsweise neue Gedanken, Erkenntnisse und Erklärungen zur Energiestruktur unseres lebendigen Körpers. Sie stammen aus aktuellen Erkenntnissen der Physik, die jedoch bislang die Vorstellungen nur weniger Biologen, Physiologen und Psychologen beeinflussen konnten. Sie befähigen dazu, das ganzheitliche Denken aus der Perspektive der modernen Wissenschaft heraus zu verstehen. Der wesentliche Unterschied zwischen östlicher und westlicher Medizin besteht darin, dass in der östlichen Medizin mehr Wert auf Funktion als auf Struktur gelegt wird. Auch ohne die physische, biologische, chemische oder biochemische Funktion zu kennen wird eine Medizin dann als gut angesehen, wenn sie den gewünschten Effekt hat. Dagegen hat in der westlichen, wissenschaftlichen Medizin die Struktur einen sehr viel höheren Stellenwert. Der Körper wird in viele Einzelteile zergliedert – siehe René Descartes: Der Mensch als Maschine. Die Krankheit, die Diagnose, der Mensch als Objekt stehen wissenschaftlich im Vordergrund. Neuerdings allerdings wird versucht, die unbekannten Strukturen der Funktionen zu erforschen, die in der östlichen Medizin zu Erfolgen führen. Diese könnten in einer unsichtbaren Energiestruktur liegen. Die physikalische Definition hierfür ist die „dynamische dissipative Struktur aus chaotischen elektromagnetischen Wellen”.  Der Begriff „Dissipative Struktur” stammt von dem Physikochemiker Ilya Prigogine aus den 1960er und 1970er Jahren, als er die Theorie der Nichtgleichgewichtsthermodynamik entwickelte. Prigogine erhielt im Jahr 1977 den Nobelpreis. Prigogine hatte erkannt, dass nahezu alle Experimente der klassischen statischen Mechanik auf geschlossene Systeme im thermodynamischen Gleichgewicht bezogen waren und begann, mit offenen Systemen zu arbeiten. Offene Systeme sind von einem permanenten Energiefluss abhängig und befinden sich nicht im thermodynamischen Gleichgewicht, sondern in einem “Fließgleichgewicht, das einer bestimmten Balance folgt. In Form räumlicher Muster können sie mit stehenden Wellen verglichen werden, die zu ihrer Aufrechterhaltung beständig Energie in Wärme dissipieren” (Lexikon Keil-Slawik). Prigogine stellte fest, dass sich offene Systeme zu einer höheren Ordnung entwickeln können. Wie diese Ordnung beschaffen ist, hängt von den Systemparametern ab. Schon kleinste Veränderungen sind in der Lage, die Ordnung zu zerstören und das System wieder in einen chaotischen Zustand zu stürzen.

Neue Erkenntnisse erklären Phänomene

Damit lieferte er auch ein Modell, welches zum Verständnis verschiedener biologischer Vorgänge beiträgt. Beispielsweise kann damit ein Denken in Mustern vernetzter Balancen – siehe auch Harmonie – begründet werden. Das Modell beschreibt das Gegenteil von statischer Struktur und meint Erscheinungen wie Blitze, Wasserfälle, Strudel und so weiter. Das Phänomen stabiler geordneter Strukturen fernab vom thermodynamischen Gleichgewicht bildet offene Systeme, welche Energie mit der Umgebung austauschen. Im Kühlschrank beispielsweise bildet die Milch, die sich an dessen Temperatur angepasst hat, ein thermisches Gleichgewicht. Hier ist der Grad der „Unordnung” oder besser Entropie gleich null. Masse und Temperatur können eindeutig bestimmt werden. Kochendes Wasser für ein Ei dagegen lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Es ist somit kein thermodynamisches System und befindet sich in einem Ungleichgewichtszustand. Lebende Systeme sind, so lange sie leben, offene Systeme im Austausch mit der Umwelt. So muss der Mensch beispielsweise atmen, essen und trinken, um seine komplexen Strukturen zu erhalten.

Weitere Untersuchungen haben elektromagnetische Wellen in unserem Körper nachgewiesen. Das legt die Vermutung nahe, dass mit der geeigneten Technik eine drahtlose Kommunikation zwischen Zellen, Körpern und deren Umgebung festgestellt werden könnte. Diese Kommunikation könnte die indischen Chakren (Lichtringe) oder die Akupunkturmeridiane erklärbar machen. Mittlerweile werden schon extrem schwache Infrarot-, Licht- oder Mikrowellenstrahlungen sichtbar gemacht, was wiederum dazu führen könnte, dass die sogenannte Aura zum Gegenstand seriöser Forschung wird. Tatsächlich ist es eine große Herausforderung, das theoretische Gebäude für solche hoch-dynamische Strukturen zu schaffen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass unsere Analysemethoden für geschlossene, nicht aber für offene Systeme tauglich sind. Das elektromagnetische Körpersystem des Menschen lässt sich nicht berühren, ohne es zu verändern. Zudem befinden sich sämtliche Informationen in den Wellen, die jedoch so schnell sind, dass alle Körperinformationen nur ganzheitlich erfasst werden können. Dennoch könnte die neuere Forschung Methoden nutzbar machen, mit deren Hilfe die komplizierten Phänomene sichtbar gemacht werden können. Solche Verfahren sind in der Statistik und in anderen Gebieten der Mathematik angesiedelt (Chaostheorien, Fraktale, Kohärenztheorie und so weiter).

Auf diese Weise würden viele rätselhafte Phänomene der alternativen (Erfahrungs-)Medizin erklärbar. So weist  beispielsweise der britische Medizinforscher  C.W. Smith bezüglich des Wirkprinzips der Homöopathie auf die elektromagnetische Struktur des Wassers hin und erklärt die Wirkung mit dem Resonanzeffekt  in unserem elektromagnetischen Körper. Die gekoppelten Oszillatoren im Körper haben eine Wechselwirkung mit der elektromagnetischen Struktur des homöopathischen Wassers und übertragen Energie im Sinne der Potenzregeln (Ähnlichkeitsprinzip).  In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind Emotionen Begründung für eine Vielzahl von Krankheiten, denn die Kommunikation in elektromagnetischen Feldern ist sehr eng mit Emotionen und psychischen Zuständen gekoppelt.

Die Anregung zur Auseinandersetzung mit komplementärer Medizin dient als Anreiz für Weiteres. Auf dieser Plattform ist genügend Raum für die Auseinandersetzung mit dieser komplexen Materie. (fma)




6. November 2008 | Kategorie: Heilkunde

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