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Organisation

Organisation

Der Begriff „Organisation” ist vom griechischen Wort „órganon” abgeleitet, was soviel heißt wie Werkzeug, Instrument und Körperteil. Über das Lateinische „organum” (Werkzeug, Musikinstrument) und das Französische (organisation) fand er im 18. Jahrhundert Eingang in die deutsche Sprache. Der Begriff selbst hat sich also erst im Laufe des 19. Jahrhunders unter dem Gesichtspunkt eines organischen Schemas, wie das „Ganze” und seine „Teile”, entwickelt. Die biologische Ableitung „Organ” ist nicht zufällig und ist heute noch Bestandteil in sogenannten „Körperschaften” oder „corporations”.

Organisationen sind hochkomplexe Gebilde, über die eine Vielzahl von Theorien entwickelt wurde. Organisation bedeutet grundsätzlich, ein Vorhaben zu planen und durchzuführen. In der allgemeinen Betrachtung bezieht sich der Begriff sowohl auf das Handeln (Organisieren), als auch auf das Gebilde selbst, auf die Struktur.

„Organisierte Prozesse” treten immer dann auf, wenn Menschen sich begegnen, gemeinsam handeln und sich wieder trennen. Das Besondere an „Organisationen” ist die Abkopplung von den Personen und deren Handlungen, was insbesondere mit der Mechanisierung der Arbeit einhergeht. Klare Definitionen und Standardisierungen dessen, was an den Arbeitsplätzen zu tun sei, vervollständigt diese Austauschbarkeit. Denkt man sich den beteiligten Menschen dabei weg, bleiben nur die standardisierten Handlungsmuster übrig, um eine Organisation zu definieren. Die Mitglieder einer Organisation liefern die Handlungen, die den Prozess der „Organisation” ausmachen. Sie sind nicht deren Bestandteile, sondern sie erhalten lediglich eine Entlohnung für ihre spezielle Tätigkeit, die Arbeit. In seiner persönlichen psychischen und biologischen Gesamtheit bleibt der Einzelne privat mit seinen Talenten und Kompetenzen. Er kann aber durchaus in mehreren Organisationen Mitglied sein.

Die Organisationsbildung erzeugt in der Regel ein Handlungsvermögen, das das von Individuen übersteigt. Welches Individuum könnte schon eine Rakete bauen und auf den Weg zum Mond bringen. Organisationen leben länger als ihre Mitglieder und werden als Prozesse definiert, in denen die Aktionen vieler Personen integriert sind. Solche Organisationen  besitzen eine autonome Existenz. (siehe auch: Juristische Person)

Die Prozesse bedürfen der Koordination von Akteuren und deren Handlungen, eben der Kommunikation. Denn das Überleben der Organisation wird dadurch gesichert, dass die Teilnehmer an der Kommunikation austauschbar bleiben, während die Kommunikationsmuster reproduziert werden. Hierbei können Organisationen auch als sich selbst immer wieder erzeugende Systeme erklärt werden. Solche Systeme nicht von außen, sondern durch ihre eigenen aktuellen, internen Strukturen bestimmt und sie reagieren immer nur auf ihre eigenen, internen Operationen oder Zustandsänderungen.

Da ein Individuum nicht als ganzer Mensch Teil einer Organisation sein kann, kommt er nur als „Person” in seiner Rolle vor. (Persona, in der Römerzeit die Maske des Schauspielers und die Charakterrolle) Die individuellen körperlichen und psychischen Bedürfnisse haben innerhalb der Organisationen keinen Raum. Hier kommt es zu einer Innen-Außen-Spaltung der Verhaltenserwartung. In der Betriebswirtschaftslehre sieht man Organisationen als zielgerichtete Handlungssysteme interpersonaler Arbeitsteilung mit Einschränkung des Handlungsspielraumes der Organisationsmitglieder durch Verhaltenserwartungen in zwei Dimensionen: Koordination und Motivation.

Literatur:

Fritz B. Simon: Einführung in die systemische Organisationstheorie. Heidelberg, 2007

Niklas Luhmann: Soziale Systeme. Frankfurt am Main, 1984




17. März 2009 | Kategorie: Glossar

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