Pflegereform bringt 10.000 Arbeitsplätze
Startschuss für Pflegenoten ist gefallen
Vor genau einem Jahr ist die Pflegereform in Kraft getreten. Bessere Leistungen und geänderte Pflegestrukturen mit zusätzlichen Arbeitsplätzen und einer umfassenden Pflegeberatung sollten Betroffenen, Angehörigen und Pflegenden den Pflegealltag erleichtern. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte im Rahmen der Veranstaltung „Pflege 2030″: „Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte spüren nach einem Jahr Pflegereform, dass sich die Pflege in Deutschland verbessert. Neben den finanziellen Verbesserungen für viele Pflegebedürftige wirken die Maßnahmen für eine bessere Betreuung der Pflegebedürftigen und für mehr Transparenz bei den Pflegeeinrichtungen.”
Die Ministerin stellte fest, dass der Einsatz zusätzlicher Betreuungskräfte zur besseren Versorgung demenziell erkrankter Menschen bereits jetzt ein Erfolgsmodell ist. So hätten rund 10.000 zusätzliche Betreuungskräfte eingestellt werden können und jede Woche kämen weitere hinzu. Das erleichtere den Alltag von rund 160.000 stationär gepflegten Frauen und Männern.
Die 10.000 neuen Arbeitsplätze sollen sich auf etwa 6.500 Vollzeitstellen verteilen, weil viel in Teilzeit gearbeitet werde. Die Bundesagentur habe durch ihre Vermittlung bisher zu rund 1.500 Kräften beigetragen. Andere hätten sich, etwa aus dem ehrenamtlichen Bereich, die Heimträger selbst gesucht.
Neue Pflegenoten sollen Qualität sichern
Mit dem Startschuss für die Vergabe von Pflegenoten hat die Bewertung der Qualität der Einrichtungen und ambulanten Dienste begonnen. Dafür haben Träger und die Selbstverwaltung der Pflegekassen ein Bewertungssystem entwickelt, das die Suche Angehöriger und Pflegebedürftiger nach einem „guten” Altenheim oder einem „guten” ambulanten Pflegedienst erleichtern soll. „Erstmals wird die Qualität von Pflege transparent und bundesweit gleich bewertet. Wir sind auf einem guten Weg hin zu einer besseren Qualitätssicherung und einer echten Transparenz der Pflegeleistung in Deutschland. Das neue Bewertungssystem, das die Selbstverwaltung entwickelt hat, ist ein wichtiger Schritt und muss nun im Sinne der Betroffenen und Angehörigen umgesetzt werden”, so die Ministerin. Das Gesundheitsministerium hat dazu ein begleitendes Forschungsprojekt ins Leben gerufen, dessen Ergebnisse bis zum Ende des Jahres 2010 ausgewertet und in das Bewertungssystem eingeflossen sein sollen.
Pflegestützpunkte finden Akzeptanz
„In der Pflegeberatung wirken sich die beschlossenen Maßnahmen positiv aus”, zeigte sich Ministerin Schmidt überzeugt. „Fast alle Bundesländer treffen inzwischen Vorbereitungen, die Pflegestützpunkte einzurichten. Das zeigt, dass sich der Gedanke allmählich durchsetzt.” Kritik übte Schmidt allerdings am Tempo der Einrichtung von Pflegestützpunkten. „Das geht mir insgesamt viel zu langsam voran.” Sie forderte mehr Dynamik und verwies auf das Land Rheinland-Pfalz als positives Beispiel, wo 74 Prozent derer, die Pflegestützpunkte aufsuchen, sagen, sie fühlen sich sehr gut dort aufgehoben, was zeige, dass das Konzept richtig ist. (kws)
