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Frankfurter Wissenschaftler isolieren Herzinfarkt-Gen

Neues Medikament könnte Therapie verändern

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in Industrieländern. Jetzt wurde an der Universitätsklinik in Frankfurt eine Entdeckung gemacht, die möglicherweise zu einem neuen Therapieansatz bei den betroffenen Menschen führt. Die Forscher konnten bei Experimenten mit Mäusen beobachten, dass die Bildung neuer Blutgefäße von einem winzigen Bestandteil des Erbgutes verhindert wird. Der Erbgutbestandteil trägt den Namen „microRNA-92a”.

Er sei mit dafür verantwortlich, dass beispielsweise nach einem Herzinfarkt Gewebe abstirbt, weil die Versorgung mit Sauerstoff unterbrochen wird. Prof. Dr. Stefanie Dimmeler erläuterte, wenn die microRNA-92a mit Hilfe von Medikamenten ausgeschaltet wird, so verbessert sich die Durchblutung und damit die Funktion des Herzens. Dimmeler leitete von 1997 an das Labor für molekulare Kardiologie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität zu Frankfurt, wo sie im Januar 2001 eine Professur erhielt. Seit März 2008 ist sie Direktorin des Instituts für Kardiovasculäre Regeneration – Zentrum für Molekulare Medizin.

Sie hatte gemeinsam mit Kollegen damit begonnen, die Auswirkungen von microRNAs auf die Durchblutung des Gewebes und dessen Reparatur nach unzureichender Versorgung mit Sauerstoff zu untersuchen. Die Gruppe konnte zuerst an Zebrafischen, dann an Mäusen nachweisen, dass ein erhöhter Anteil an microRNA-92a das Wachstum von Zellen in den Gefäßen verhindert. Die Ergebnisse wurden vorab in der Fachzeitschrift „Science” beschrieben.

Im nächsten Schritt testeten die Wissenschaftler einen bestimmten Wirkstoff, ein synthetisiertes, einsträngiges RNA-Oligonukleotid, dessen Bauplan komplementär zur microRNA-92a ist. Auf dem Markt gibt es mehrere Anbieter, die sich auf die sogenannten Antagomirs spezialisiert haben. Wie Prof. Dr. Andreas M. Zeiher, der Direktor der Kardiologischen Klinik an der Universitätsklinik Frankfurt, dem Gesundheit-Report erklärte, musste der Wirkstoff für die intravenöse Gabe chemisch modifiziert werden, um es stabiler zu machen. Die Forscher hängten kurzerhand Cholesterin an.

Derzeit sind sie dabei, mögliche Nebenwirkungen des von ihnen modifizierten Mittels zu identifizieren. Es sei als Medikament bisher noch nicht therapeutisch eingesetzt worden. Die Wissenschaftler erwarten, dass ihre Forschungsergebnisse die Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch effizienter als bisher gestalten. (kws)




3. Juni 2009 | Kategorie: Gesellschaft

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