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HIV-Infektionen 2008 unverändert

Robert-Koch-Institut veröffentlicht Jahresbericht

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Zahlen für HIV-Neudiagnosen im Jahr 2008 veröffentlicht. Diese sind demnach mit 2.806 zwar nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr mit 2.774 gestiegen. Dennoch zeige die hohe Zahl, so der Präsident des RKI, Jörg Hacker, wie wichtig Prävention und Forschung auch weiterhin seien. Der aktuelle Jahresbericht ist im Epidemiologischen Bulletin 21/2009 veröffentlicht worden und auf den RKI-Internetseiten abrufbar.

Seit dem niedrigsten Wert im Jahr 2001 mit 1.443 Fällen ist die Zahl der Neudiagnosen permanent gestiegen. Großen Anteil daran haben auch die besseren Auswertungsmöglichkeiten von Erstdiagnosen sowie die Tatsache, dass HIV-Tests immer häufiger in Anspruch genommen werden. Das bedeutet, dass die Zahl der HIV-Neudiagnosen nicht der Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Zeitraums entspricht (HIV-Inzidenz). Der Zeitpunkt der Infektion und der Zeitpunkt des Tests können weit auseinanderliegen. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, ist es derzeit dabei, mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums eine Studie auszuarbeiten, welche den Anteil kürzlich erworbener HIV-Infektionen unter den HIV-Neudiagnosen des Jahres 2008 identifizieren soll. Erste Ergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen.

Der HIV-Infektionsweg konnte im Jahr 2008 bei 85 Prozent der neu diagnostizierten HIV-Infektionen rekonstruiert werden. 1.555 Neuinfektionen traten bei Männern auf, die Sex mit Männern haben (MSM). Damit stellen sie nach wie vor die größte Gruppe mit 65 Prozent der Neuinfektionen. Diese Zahl ist im Verhältnis zu 2007 mit 1.552 Neuinfektionen nahezu unverändert. Demgegenüber wurde vom Jahr 2006 zum Jahr 2007 ein Anstieg um zwölf Prozent registriert.

Allerdings sind bei der Entwicklung von HIV-Neuinfektionen regionale Unterschiede zu beobachten. So musste in Berlin von 2007 auf 2008 bei Männern eine Steigerung  um sieben Prozent festgestellt werden. Zudem war von 2006 auf 2007 in dieser Gruppe ein starker Anstieg von Syphilis-Fällen zu verzeichnen gewesen – um 46 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte es auch in Hamburg eine solche Syphiliswelle gegeben. In Fachkreisen gilt das als Hinweis darauf, dass die HIV-Diagnose-Zahlen ansteigen können. Sexuell übertragbare Erreger führen in der Regel dazu, dass entzündliche Prozesse gefördert werden und damit die Infektion mit dem HIV leichter von statten geht.

Im Jahr 2008 wurden 403 Fälle von HIV-Infektionen registriert, die durch heterosexuellen Kontakt entstanden sind. Damit bleiben sie an der Gesamtzahl mit 17 Prozent  unverändert. Der Anteil der Personen aus Staaten mit vielen HIV-Fällen, sogenannten Hochprävalenzländern, stieg mit 296 Neudiagnosen auf zwölf Prozent leicht an. Der Anteil Drogenabhängiger war mit 123 HIV-Infektionen über intravenösen Drogengebrauch auf fünf Prozent leicht gesunken.

Im Jahr 2008 war bei 21 Kindern und Neugeborenen (1 Prozent)HIV diagnostiziert worden, alle über die Mutter infiziert. Elf davon wurden in Deutschland geboren. Bei sechs dieser Kinder war während der Schwangerschaft kein HIV-Test durchgeführt worden. Seit Jahren bieten Ärzte HIV-Tests im Rahmen von Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen an. Seit Ende 2007 sind sie dazu verpflichtet. (kws)




26. Mai 2009 | Kategorie: Gesellschaft

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