Deutschland im Exekutivrat der WHO
Nach neun Jahren Unterbrechung wieder dabei
Deutschland ist wieder Mitglied im Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auf der 62. Weltgesundheitsversammlung in Genf wurde am 21. Mai 2009 Dr. Ewold Seeba als deutscher Vertreter für drei Jahre in den Exekutivrat des WHO gewählt. Damit ist Deutschland nach neun Jahren Unterbrechung wieder mitentscheidend in der WHO vertreten. Seeba ist Leiter der Zentralabteilung, Europa und Internationales im Bundesgesundheitsministerium (BMG).
Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Genf. Der Exekutivrat der WHO besteht aus 34 Mitgliedern, die jeweils für drei Jahre gewählt werden. Dabei handelt es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit. Vom Exekutivrat wird unter anderem die jährlich im Mai stattfindende Weltgesundheitsversammlung Genf vorbereitet. Sie ist das höchste Entscheidungsorgan der WHO. Deren zentrale Aufgabe ist es, Leitlinien, Standards und Methoden in Bereichen zu entwickeln, die für gesundheitliche Faktoren relevant sind und diese weltweit durchzusetzen. Der Organisation gehören 193 Mitgliedstaaten an.
Die WHO spiele in der globalen Gesundheitsdebatte eine zentrale, zum Teil normsetzende Rolle, kommentierte Seeba die Wahl. Hervorzuheben seien die Internationalen Gesundheitsvorschriften von 2005, die sich aktuell im Zusammenhang mit der Influenza A/H1N1, der sogenannten Schweinegrippe, bewährt haben, die Tabakrahmenkonvention und die Epidemienvorsorge. Große Erfolge habe die WHO zudem bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten erzielt. Seeba betonte, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit seien ein wichtiges Thema, das die Bundesregierung auch international im Rahmen der WHO voranbringen wolle.
Wie aus dem Gesundheitsministerium verlautet, sollen Schwerpunkte der deutschen Mitgliedschaft im Exekutivrat Themen sein, die sich mit der Stärkung der Gesundheitssysteme befassen. Damit soll auf Dauer eine gesundheitliche Versorgung der Menschen sowie Sicherheit und Qualität von Arzneimitteln gewährleistet werden – „auch in Transformations- und Entwicklungsländern”.
„Von Deutschlands Kompetenzen und Erfahrungen im Gesundheitsbereich kann die WHO profitieren,” so Seeba weiter. „In Deutschland gibt es allein 32 WHO-Kollaborationszentren, etwa zu Trinkwasser, zu Tabak, Blutprodukten, Papillomaviren und so weiter, deren Kenntnisse wir mit einbringen können. Als drittgrößter Geber zum regulären Haushalt der WHO trägt Deutschland schon immer verlässlich zur Finanzierung der WHO bei. Dies ist in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise wichtiger denn je.” (kws)
