Gesundheit ist internationale Herausforderung
Generaldirektorin der WHO besuchte Robert-Koch-Institut
In Zusammenhang mit ihrem Deutschlandbesuch informierte sich die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Margret Chan, im Robert-Koch-Institut (RKI) insbesondere über dessen internationale Aktivitäten, die derzeit verstärkt werden sollen. Das RKI ist als zentrales Bundesinstitut für Infektionsschutz und Gesundheitsberichterstattung ein wichtiger Partner der WHO. Die Verstärkung der internationalen Aktivitäten des RKI soll durch das Programm „RKI 2010″ möglich werden, mit dem das Institut in den nächsten Jahren schrittweise ausgebaut wird.
Das RKI wies in seiner Presseerklärung darauf hin, dass beispielsweise der SARS-Ausbruch im Jahre 2003 nachdrücklich gezeigt habe, wie bedeutsam eine internationale Zusammenarbeit ist. Das RKI habe damals vor Ort die von der WHO koordinierten Untersuchungen lokaler SARS-Hotspots in Vietnam und Hongkong unterstützt. Auch bei anderen Krankheitsausbrüchen seien RKI-Wissenschaftler als Teil von WHO-Teams vor Ort gewesen.
Robert-Koch-Institut ist eng vernetzt
RKI-Experten arbeiteten zudem in mehreren WHO-Arbeitsgruppen mit, unter anderem bei der Influenzapandemieplanung, und in verschiedenen Labornetzwerken. Unter Influenzapandemie versteht man die weltweit massiv ansteigende Anzahl von Grippefällen, die zunehmend tödlich enden. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza, eine Unterabteilung des Robert-Koch-Instituts, untersuche die in Deutschland zirkulierenden Virusstämme und sei an der Empfehlung der WHO für die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs der Nordhalbkugel beteiligt. Für Polio- und Enteroviren sowie für die Erreger von Masern und Röteln würden die Aufgaben eines Regionalen Referenzlabors der WHO/Europa wahrgenommen.
Das RKI sei eng in europäische Netzwerke und Forschungsprojekte eingebunden und kooperiere intensiv mit dem Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm. Zum Beispiel betreibe das RKI im Rahmen eines europäischen Netzwerks ein nationales Ausbildungsprogramm für Infektionsepidemiologen (PAE), einige Ausbildungsmodule fänden in anderen EU-Mitgliedsstaaten statt.
Die internationale Zusammenarbeit sei auch bei nicht ansteckenden Krankheiten von steigender Bedeutung. So werde derzeit auf der europäischen Ebene ein Gesundheitsmonitoring zur regelmäßigen Erfassung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung aufgebaut. Hier bringe sich das RKI intensiv ein.
Sicherheit im In- und Ausland
Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, und Elisabeth Pott, die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), erläuterten ebenfalls die internationale Vernetzung ihrer Einrichtungen. Löwer unterstrich die Verpflichtung Deutschlands, den hohen Sicherheitsstandard, der bei Blutprodukten und In-Vitro-Diagnostika hierzulande selbstverständlich geworden sei, auch anderen Ländern zu ermöglichen. Blutprodukte werden aus gespendetem Blut hergestellt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Blutplasma, Stammzellenpräparate oder auch Konzentraten aus den verschiedenen Blutkörperchenarten. Unter In-Vitro-Diagnostika wird die Untersuchung von Proben verstanden, die dem menschlichen Körper entnommen und unmittelbar nach der Entnahme in luftleere Probenbehältnisse gegeben wurden. Die Proben liefern wichtige diagnostische Informationen.
Pott wies auf die Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung vom frühen Kindesalter an hin. Hierbei spielten die Prinzipien der WHO Ottawa Charta für Gesundheitsförderung eine zentrale Rolle, auf denen die Maßnahmen der BZgA beruhen. „Nur wenn die Lebensverhältnisse insgesamt gesundheitsfördernd gestaltet sind, können sie Wissen, Einstellungen und gesundheitsgerechtes Verhalten entfalten”. (kws/rki)
