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Anstelle von Tattoos Entzündungen und Narben

Riskanter Umgang mit der Haut

Tattoos erfreuen sich steigender Beliebtheit. Nach Mitteilungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind rund 10 Prozent der Deutschen tätowiert, in der Altersgruppe der 16- bis 20-Jährigen liege der Anteil gar bei nahezu 25 Prozent. Das Institut weist darauf hin, dass nicht nur die Tätowierungen selbst mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein können, sondern auch deren Entfernung.

In den meisten Fällen sind Tattoos das Ergebnis kompromissloser Selbstfindung, in der Regel in einer Lebensphase gestochen, da gesellschaftliche Zwänge (noch) keinen oder wenig Einfluss auf die „Betroffenen“ ausüben. Die eingesetzten Farben müssen ebenso wie bei permanentem Make-Up unter die Haut gebracht werden. Dabei kommt es nicht selten zu Entzündungen, Infektionen oder allergischen Reaktionen. Laut BfR gibt es zudem kaum Erkenntnisse über die Langzeitwirkungen von Tattoos. Dabei stehen die Spaltung von Farbmitteln unter der Haut sowie der Transport von Pigmenten und deren Spaltprodukte in andere Organe in der Diskussion. Beispielsweise seien bei tätowierten Personen Farbpigmente in den Lymphknoten nachgewiesen worden.

Flüssige Tattoo-Entferner

Viele Tätowierte wünschen sich, ihren Schmuck wieder loszuwerden, was unter anderem das Internet spiegelt, wo auf entsprechende Anfragen in den Suchmaschinen eine große Menge Ratgeber-Seiten und einschlägige Angebote wartet. Dass die Entfernung von Tattoos mit einem gesundheitlichen und/oder kosmetischen und/oder hohen finanziellen Risiko behaftet sein kann, zeigen eindringlich Beispiele missglückter Unterfangen.

Dem BfR sind jetzt Fälle gemeldet worden, wonach die Anwendung flüssiger Tattoo-Entferner zu unerwünschten Reaktionen geführt hat. Bei der Lösung handele es sich in der Regel um 40-prozentige L(+)-Milchsäure, die wie die Tätowierungsfarben auch unter die Haut gespritzt werden. Dabei seien schwere Entzündungen mit Narbenbildungen aufgetreten. Wie das BfR mitteilte, werden die Reaktionen auf die Anwendung dieser Milchsäure zurückgeführt. Die haut- und schleimhautreizende Wirkung von Milchsäure könne bereits bei einer Konzentration von 20 Prozent auftreten. Eine weitere Gefahr stellten Behandlungsfehler in dem Sinne dar, dass nicht steril genug gearbeitet werde und Keime unter die Haut gelangten.

Laserbehandlung bevorzugt

Mediziner setzen bei der Entfernung von Tätowierungen auf Lasertechnik. Dabei werden die Farbpigmente unter der Haut aufgespalten. Allerdings sei auch hier bislang völlig ungeklärt, welche chemischen Verbindungen während der Laserbehandlung entstehen und welche gesundheitlichen Auswirkungen sie auf Dauer haben. Der Präsident des BfR, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, rät daher: „Angesichts der gesundheitlichen Risiken sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich sehr gut überlegen, ob sie sich ein Tattoo stechen lassen.“ Wer sich dafür entscheidet, sollte sich genauestens darüber informieren, welche Mittel verwendet werden, ob Hygienestandards eingehalten werden und ob das Personal fachkundig ist. Das Gleiche gelte für die Entfernung der Tattoos. (kws)




2. August 2011 | Kategorie: Gesellschaft

Ein Kommentar »

  1. Von der Möglichkeit mit der Milchsäure habe ich noch nicht gehört. Soll die Milchsäure, wie bei einer Muskelüberbeanspruchung, langsam abgebaut werden und die Farbpartikel “mitnehmen”? Das wäre mir komplett neu und von solchen Experimenten rate ich definitiv ab.

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