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RKI erklärt EHEC-/HUS-Ausbruch für beendet

Überwachung wird weiter fortgesetzt

Der größte EHEC-Ausbruch in Deutschland ist beendet, erklärte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger. Gleichzeitig fand er lobende Worte: „Meine Anerkennung gilt den vielen Beteiligten, die zur Aufklärung des Geschehens beigetragen und bei der Versorgung der Patienten so großartige Arbeit geleistet haben.“ In den vergangenen Wochen seien dem RKI nur noch wenige Infektionen gemeldet worden, die letzte liege bereits drei Wochen zurück. Unter Berücksichtigung der Inkubationszeit könne demnach der Ausbruch als beendet betrachtet werden.

RKI-Präsident Reinhard Burger, Foto: RKI/Frank Ossenbrink

Allerdings soll EHEC O104:H4 noch weiter „intensiviert“ überwacht werden. Daher bittet das RKI alle Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Kliniken, bei Untersuchungen auch weiterhin die Möglichkeit mit einzubeziehen, dass blutiger Durchfall auf eine EHEC-Infektion hinweisen könnte. Sie sollen gegebenenfalls eine Diagnostik zu deren Nachweis vornehmen beziehungsweise vornehmen lassen und bei positivem Ergebnis dem RKI „zeitnah“ den Fall melden. Das RKI wolle nämlich auch nach Beendigung des EHEC-Ausbruchs solche Infektionen intensiv nachverfolgen.

EHEC O104:H4 existiert weiter

Selbst wenn der Ausbruch als beendet gilt, erwartet das Institut, zukünftig mehr Meldungen über EHEC-Infektionen zu erhalten, als in den Vorjahren. Als Begründung dafür nennt das RKI die erhöhte Sensibilisierung sowie häufiger auf EHEC/HUS fokussierte Diagnosen. Es werde für möglich gehalten, dass der Ausbruchstamm O104:H4 immer wieder auftrete. Menschliche Ausscheidungen können das EHEC O104:H4 selbst dann über Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen, wenn der Ausscheidende keine Symptome zeigt. Ebenso sei es möglich, dass menschliche Ausscheider Lebensmittel kontaminieren. Der EHEC O104:H4 verfügt über einen starken Biofilm, der es ihm ermöglicht, sich nahezu überall zu befestigen. Daher weist das RKI nochmals nachdrücklich darauf hin, dass Hygiene – persönlich und auf Lebensmittel bezogen – eine entscheidende Rolle spielt.

Wie das RKI mitteilte, sind während des Ausbruchsgeschehens insgesamt 4321 Fälle gemeldet worden, davon 3469 EHEC- und 852 HUS-Fälle. Insgesamt sind bislang 50 Patienten gestorben, darunter 18 EHEC-Erkrankte und 32 HUS-Patienten. Nach Angaben des Stockholmer European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), sind in der Europäischen Union außerhalb Deutschlands 76 EHEC-Fälle mit einem Todesfall und 49 HUS-Fälle aufgetreten. (kws)




26. Juli 2011 | Kategorie: Gesellschaft

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