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Bessere Milch und gesündere Tiere

Forschungsministerium gibt 40 Millionen Euro aus

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will mehr für gesündere Tiere, bessere Milch und effizientere Pflanzenforschung tun. Das Ministerium teilte mit, dass dafür die Universitäten Bonn, Kiel und Rostock sowie die TU München ihre Forschung koordinieren und vier sogenannte Agrarcluster bilden sollen, die jeweils mit bis zu vierzig Millionen Euro bestückt werden.

Mit dem Geld will das BMBF den Aufbau international wettbewerbsfähiger, exzellenter Kompetenznetzen in der Agrarforschung unterstützen. Wie aus dem Ministerium verlautet, sollen die Forschungsergebnisse die Tiergesundheit erhöhen, die Pflanzen- und Tierzüchtung optimieren, die Erzeugung und Verarbeitung von Milch verbessern sowie die landwirtschaftliche Produktion durch den Einsatz moderner Analyse-Verfahren ressourcenschonend steigern. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, erklärte dazu am 9. März in Berlin: „Von der Forschung werden sowohl die landwirtschaftlichen Betriebe als auch die Verbraucher profitieren. Denn es geht um die effiziente und umweltfreundliche Produktion von gesunden Nahrungsmitteln.” Rachel wies darauf hin, dass der Klimawandel große Anstrengungen in der Agrarforschung verlange. Deutschland sei dafür gut aufgestellt. Von bundesweit 27 eingereichten Strategiekonzepten seien in zwei Auswahlrunden die besten vier Agrarcluster unter Koordination der Universitäten Bonn, Kiel, Rostock und der Technischen Universität München ausgewählt worden. Darüber hinaus solle der deutsche Gartenbau durch Bündelung der wissenschaftlichen Kompetenzen unter Koordination der Universität Hannover unterstützt werden.

Schnellere Vermarktung innovativer Konzepte

In den vier Kompetenznetzen seien 25 Organisationen aus der Wissenschaft, wie Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie 15 Organisationen aus der Wirtschaft eingebunden und beteiligt. Für die darin gebündelte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft stelle das BMBF in den nächsten fünf Jahren insgesamt bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ministerium verspricht sich davon, dass Ideen aus Hochschulen und Forschungsinstituten schnell als Produkte auf dem Markt landen. Die einzelnen Hochschulstandorte sollen zudem von den Ländern unterstützt werden.

Landwirtschaft hat Schlüsselrolle

Der Agrarforschung komme bei der Lösung globaler Probleme sowie bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen, auf Bioressourcen basierenden Wirtschaft (Bioökonomie) eine zentrale Rolle zu. Die wachsende Weltbevölkerung und die damit verbundene Mangelernährung stellten eine große Herausforderung dar. Hinzu kommen die Fehlernährung in den Industrieländern, die Zerstörung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, der Wassermangel, die Verlagerung von Anbauzonen durch den globalen Klimawandel sowie der Rückgang biologischer Vielfalt. Zudem sei mit dem weltweiten Anstieg des Bedarfs an Energie und Rohstoffen und mit den Anforderungen des Klimaschutzes die Notwendigkeit verbunden, Biomasse stärker für die energetische und stoffliche Verwertung zu nutzen.

Informationen aus dem BMBF zu den ausgewählten Kompetenznetzen

Kompetenznetzwerk Food Chain Plus (FoCus)
Koordinator: Christian-Albrechts-Universität Kiel, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät

Das Netzwerk forscht über die Erzeugung und Verarbeitung von Milch unter Bewahrung natürlicher Ressourcen. Es geht darum, gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe im Rohstoff Milch zu identifizieren und in Milchprodukten zu nutzen. Die Forscher nehmen dazu die gesamte Prozesskette der Milch in den Blick – von der Tierfütterung und Tiergesundheit über die Milchproduktion bis zur technologischen Verarbeitung – und bewerten die Wirkungen der erzeugten Produkte auf die Gesundheit des Verbrauchers. Funktionelle Milchprodukte, in denen bestimmte Inhaltsstoffe angereichert sind, können sich bei ernährungsbedingten chronischen Erkrankungen positiv auswirken. Einen besonderen Stellenwert in den Arbeiten des Kompetenznetzes nimmt daher die Ernährungsmedizin ein.

PHÄNOMICS – Ein systembiologischer Ansatz zur Genotyp-Phänotyp-Abbildung im Kontext von Leistung, Gesundheit und Wohlbefinden bei den Nutztieren Rind und Schwein
Koordinator: Universität Rostock, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät, Institut für Nutztierwissenschaften und Technologie

Das Kompetenznetz hat das Ziel, die molekularen Mechanismen im Zusammenhang von Tiergesundheit und Wohlbefinden bei den Nutztieren Rind und Schwein aufzuklären. Dies soll durch die Verknüpfung von modernen Methoden der Biotechnologie mit der Verhaltensforschung gelingen. Das bessere Verständnis der Zusammenhänge zwischen Genen und Verhalten der Tiere kann dazu beitragen, die Tierhaltung zu verbessern und das Leistungspotenzial der Nutztiere zu steigern. Die neuen Eigenschaften fließen in Zuchtprogramme ein und bilden eine wichtige Voraussetzung für eine tiergerechte, ressourcen- und ökoeffiziente Erzeugung von Nahrungsmitteln. Damit trägt das Netzwerk zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierzucht sowie der Verbraucherakzeptanz bei.

Komplexe Sensorik für Nutzpflanzenforschung, Züchtung und Bestandessteuerung: CROPSENSe
Koordinator: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Das Netzwerk befasst sich mit der Entwicklung von Analyseverfahren für eine verbesserte Pflanzenzüchtung und -forschung. Moderne Hightech-Sensoren sollen in Kombination mit molekularbiologischen Informationen die Züchtung besser angepasster Nutzpflanzen beschleunigen. Dies ermöglicht die Ertrags- und Qualitätssteigerung von Pflanzen und die nachhaltige Landbewirtschaftung bei reduziertem Ressourcenverbrauch. Die Beschleunigung der Züchtung schafft die Voraussetzung für eine schnellere Anpassung an eine erhöhte Nachfrage nach pflanzlichen Produkten wie Nahrungs- und Futtermittel, Rohstoffe und Energie unter veränderten Produktionsbedingungen (Klimawandel, Ressourcenverfügbarkeit).

Synbreed – Innovationscluster synergistische Pflanzen- und Tierzüchtung
Koordinator: TU München, WZW für Ernährung, Landnutzung und Umwelt

Das Ziel des Innovationsclusters ist der Einsatz von modernen Methoden der Biotechnologie in der Tier- und Pflanzenzüchtung. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Charakterisierung der biologischen Vielfalt von Mais, Huhn und Rind und deren genetische Analyse sowie die Entwicklung optimierter Züchtungsstrategien. Damit wird die Basis geschaffen für eine ressourcenschonende Hühner- und Rinderzucht sowie für eine ertragreiche Züchtung von Mais. Durch die gleichzeitige Betrachtung der natürlichen Gesetzmäßigkeiten bei Pflanzen und Tieren sowie Nutzung gemeinsamer Technologieplattformen und moderner molekularer Methoden ergeben sich erfolgversprechende Synergien. Mit einer daraus zu erwartenden Beschleunigung des züchterischen Fortschritts soll ein Beitrag zur nachhaltigen Effizienzsteigerung der agrarischen Produktion geleistet werden. Züchtung ist von zentraler Bedeutung für zukünftige Herausforderungen wie steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten, Ressourcenverknappung und Veränderung der Klimazonen. (kws / BMBF)




10. März 2009 | Kategorie: Ernährung

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